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Verbrennung
Symptome:
Anfangs trockene, bräunliche Hautveränderungen, umgeben von Schwellungen
Später wässrige oder blutige Flüssigkeit, Brandblasen
Schließlich lederartige Haut
Schlangen sind besonders gefährdet und bleiben oft lange im Wasserbecken
Bei Schildkröten werden flächige Panzerschäden beobachtet
Komplikationen:
Infektionen können zu Abszessen und Sepsis führen
Großflächige Verbrennungen verursachen Flüssigkeitsverluste, Nierenerkrankungen und Schock
Ursachen:
Wärmequellen ohne Lichtanteil, z.B. Keramikheizstrahler, Infrarot-Lampen, Heizmatten, Heizkabel, Heizsteine
Heizmatten und Heizsteine können über 50°C erreichen, was Verbrennungen verursacht
Aquarienheizstäbe können ebenfalls Verbrennungen verursachen, z.B. bei Wasserschildkröten
Therapie:
Behandlung geschlossener Brandwunden: Tägliches Auftragen einer Brandsalbe
Behandlung offener Brandwunden: Entfernung abgestorbener Gewebsreste, Reinigung mit Kochsalzlösung, Desinfektion, Wundschutz mit Gel
Bei akuten Brandwunden keine Salben oder Puder verwenden
Nach Wundverschluss: Panthenol- oder Zink/Lebertran-Salbe zur Heilungsförderung
Sofort tierärztlichen Rat einholen, auch bei harmlos erscheinenden Wunden
Bei schweren Verbrennungen: Prophylaktische Verabreichung eines Breitbandantibiotikums, Unterstützung des Flüssigkeitshaushalts
Begleitende Maßnahmen:
Erhöhung der Luftfeuchtigkeit (mehrfach täglich sprühen oder Vernebler einsetzen)
Sicherstellung der Flüssigkeitsversorgung
Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr: Ringerlösung, Kochsalzlösung oder Elektrolytlösung über Trinkwasser, Bäder oder orale Gabe
Vorsorge:
Wärmequellen sollten Lichtstrahlung enthalten, um Verwirrung zu vermeiden
Wärmestrahler mit Schutzkörben ausstatten oder außerhalb des Terrariums anbringen
Heizsteine, -kabel und -matten mit Thermostat betreiben
Aquarienheizstäbe mit Schutzgittern ausstatten
Kommentar:
Mischlichtlampen sowie Metalldampflampen weisen Teils eine starke Lichtfokusierung im Zentrum auf. Die Messwerte der UV-Strahlungen im Zentrum übersteigen die des natürlichen Sonnenlichts um ein vielfaches. Bei einigen Lampen konnte auch die schädliche UV-C Strahlung gemessen werden.
Zeigt sich eine Lichtfokussierung, sind die Leuchtmittel ab einem Mindestanstand von 60 cm oder mehr einsetzbar. Hierbei stellt sich nun die Frage, ob ein solches Leuchtmittel überhaupt einsetzbar ist. Desweiteren kann die Frage gestellt werden, ob es sinnvoll ist, dieses Leuchtmittel erst ab einem Mindestabstand von 60 cm einzusetzen. Besser ist sicher der Einsatz eines Leuchtmittel bei dem der Mindestabstand kleiner ist und eine gute und verteilte Lichtfokussierung aufweist.
Deutlich zu erkennen im Spektrum ist die massive Abnahme der Peak Höhe, je weiter weg vom Zentrum gemessen wird. Im Zentrum ist zu viel UV-Strahlung vorhanden und bereits nach einem Radius von 10 cm ist kaum mehr UV-Strahlung auffindbar. Eine solche Lichtfokussierung ist für viele Tiere schädlich und kann zu UV-Verbrennungen führen.
Metalldampflampe mit schädlicher Lichtfokussierung


Das Spektrum zeigt deutlich, wie bis zu einem Radius von 15 cm eine sehr hohe UV-Strahlung vorhanden ist und so unweigerlich zu UV-Verbrennungen führen muss.
Die UV-Strahlendosis im Zentrum kann mit einem Laserstrahl verglichen werden und liegt mit seiner Intensität um ein Vielfaches über dem der Sonne.
Metalldampflampe mit sehr guter Lichtverteilung


Abstand zum Tier
Auf den Verpackungen der unterschiedlichsten Leuchtmittelhersteller sind die Mindestabstände angegeben. Je nach Leuchtmittelqualität kann eine Lampe vom gleichen Hersteller bis zu 100% abweichen. Aus diesem Grund kann die Angabe des Mindestabstands nur als Richtwert verwendet werden. Um zu beurteilen, wie Nahe sich ein Leuchtmittel beim Tier befinden darf, sind entsprechende Messungen nötig. Bei der Messung vom UV-Index geht es um eine Grössenordnung und nicht um wissenschaftlich präzise Werte. Aus diesem Grund ist auch der Einsatz eines
UV-Checkers für den Betrieb am Handy völlig ausreichend.

Ist die UV-Strahlung zu stark und der Abstand der Lampe zum Tier kann nicht vergrössert werden, besteht die
Möglichkeit einer Verringerung der UV-Strahlung. Wird unter der Lampe ein feinmaschiges Gitter (Fliegengitter) angebracht, so wird die UV-Strahlung um etwa 1/3 der gesamten Strahlungsmenge abgehalten. Nach einer bestimmten Zeit, wenn die Lampe weniger UV-Intensität aufweist, kann das Gitter entfernt werden.

Quellen: leben-mit-tieren.com, reptilica.de, reptiliendoktor.com , Markus Grimm
Quellen- und Literaturverzeichnis:
1. Bennett, R. A. (2002). Infectious Diseases of Reptiles.
2. Jacobson, E. R., & Carpenter, J. W. (2007). Biology, Husbandry, and Medicine of the Green Iguana.
3. Frye, F. L. (1991). Biomedical and Surgical Aspects of Captive Reptile Husbandry.
4. MemoVet, Dosierungsvorschläge f. Reptilien, Schattauer Verlag, ISBN:9783794528318
5. Reptilenpraxis, Rüschoff & Christian, Herpeton-Verlag, ISBN 3936180229
6. Leitsymptome bei Reptilien, Pees, Enke-Verlag, ISBN-3830412274
7. ReptilienSkills, Kölle & Blahak, Schattauer-Verlag, ISBN-379 453 1019
8. Köhler R. (2025, 15. März). Reptiliendoktor – Das Gesundheitsportal für Reptilien, https://reptiliendoktor.com
9. MemoVet - ReptilienSkills von Kölle und Blahak, Verlag Schattauer, Ausgabe Julie 2015
10. Reptilienpraxis von Birgit Rüschoff und Bettina Christian, Verlag Herpeton, 2 Auflage 2012
11. Beleuchtung von Heimtieren; Verfasser: Markus Grimm <[email protected], Dorniackerstrasse 1, CH-322 Urtenen-Schönbühl
12. Praxishandbuch Terrarium von Hans-Joachim Herrmann; Verlag GU (Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München); Erschienen 2013
13. Ihr Hobby Chamäleons von Kieselbach, Müller und Walbröl; Verlag: bede bei Ulmer; Erschienen 2002
Fotos:
Markus Grimm <[email protected], Dorniackerstrasse 1, CH-322 Urtenen-Schönbühl
Danksagung:
Markus Grimm für die kostenlose Bereitstellung der Präsentationsunterlagen zum Seminar "Beleuchtung von Heimtieren" und der vollständigen Erlaubnis zur Vervielfältigung und Verbreitung.
