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Im Gegensatz zu Säugetieren, die ihre Körperwärme selbst erzeugen können, sind Reptilien wechselwarme Tiere und auf externe Wärmequellen angewiesen. Diese beziehen sie entweder aus der Umgebungstemperatur oder durch direkte Sonneneinstrahlung.
Reptilien benötigen eine gewisse Betriebstemperatur, um ihren Stoffwechsel optimal zu gestalten. Falls sie ihre Betriebstemperatur nicht erreichen, müssen sie in einen Energiesparmodus wechseln. Dies führt dazu, dass diverse Körperfunktionen, wie der Stoffwechsel oder das Immunsystem, eingeschränkt arbeiten. Ist dieser Zustand von Dauer, kann es zu gesundheitlichen Problemen führen.
(Foto von Markus Grimm: Aufwärmphase eines Leguans)
Damit Reptilien im Terrarium ihre Betriebstemperatur erreichen, sind geeignete Heizquellen erforderlich. Tagsüber werden häufig Metalldampflampen, Mischlichtlampen oder Wärmestrahler verwendet, während nachts Heizmatten, Heizkabel, Infrarotstrahler zum Einsatz kommen. Wichtig ist, dass die Wärmequellen lange genug aktiv sind, damit die Tiere ausreichend Zeit haben, sich regelmäßig aufzuwärmen.
Falls mehrere Reptilien im Terrarium leben, sind möglicherweise mehrere Heizquellen erforderlich, damit sich alle Tiere gleichmäßig aufwärmen können. Halogenstrahler sind besonders für Arten, die viel Wärme benötigen, wie Schildkröten und Echsen, zusätzlich zu einer HQI-UV-Lampe geeignet. Sie sollten gemeinsam mit einer starken Lichtquelle verwendet werden.
Kompakte HQI-UV-Lampen, wie beispielsweise das „Bright Sun UV Desert“ von Lucky Reptile, bieten hervorragende Licht- und UV-Strahlung, haben jedoch einen geringeren Wärmeanteil als die Halogenlampe.
Daher müssen sie für wärmebedürftige Arten tiefer gehängt werden, was eine starke UV-Bestrahlung verursachen kann. Nicht alle Reptilien vertragen diese gut. Eine Kombination aus HQI-UV und Halogenstrahlern schafft optimale Bedingungen für wärmebedürftige tagaktive Reptilien.
Bei bestimmten Heizquellen, wie Heizmatten und Heizkabeln, ist Vorsicht geboten, da deren Wärme nicht unbedingt mit Licht gekoppelt ist. In der Natur hält sich diese Art von Wärme nur als Restwärme, z.B. von erwärmten Gesteinen, die nachts kontinuierlich abkühlt. Künstliche Heizquellen hingegen halten konstante Temperaturen, was das Wärmeempfinden der Tiere stören und möglicherweise zu Verbrennungen führen kann. Von Heizlampen (L-Stein und co) ist auf Grund des unnatürlichen IR-C abzuraten.
Lichtausbreitung Metalldampflampe
Wärmeausbreitung Metalldampflampe
Wird die Betriebstemperatur nicht erreicht, können Zeichen wie langes Verweilen unter der Wärmelampe, Bewegungsunlust, geringer Appetit und Verdauungsstörungen auftreten. Zu hohe Temperaturen können zu verstärktem Fressen, schnellem Wachstum und Mangelzuständen führen. Es ist wichtig, dass das Terrarium Temperaturgefälle aufweist, damit die Tiere selbstständig zwischen wärmeren und kühleren Bereichen variieren können.
Ein Min-Max-Thermometer hilft, die wichtigsten Temperaturwerte zu ermitteln:
Tagsüber und nachts Lufttemperatur messen
Höchst- und Tiefsttemperatur an den wärmsten bzw. kühlsten Stellen im Terrarium bestimmen
Achte besonders im Sommer auf Überhitzung durch direkte Sonnenexposition. Regelmäßige Messungen helfen dabei, potenzielle Überhitzungen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Gute Belüftung, Schattierungen und das Abschalten von Heizungssystemen können hilfreich sein.
Tiere aus verschiedenen Klimazonen haben unterschiedliche Temperatur- und Lichtanforderungen. Tiere aus gemäßigten Zonen benötigen eine deutliche Temperaturabsenkung nachts und im Winter. Tropische Arten hingegen verlangen gleichbleibende, teils höhere Nachttemperaturen. Solche Voraussetzungen sollten auch im Terrarium simuliert werden, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Reptilien zu gewährleisten.
Bei kletternden oder springenden Tierarten werden Lampen stets mit einem Schutzkorb versehen, um Verbrennungen zu verhindern. Damit Reptilien nicht durch Überhitzung gefährdet werden, ist es wichtig, dass sie Zugang zu kühleren Bereichen haben, besonders in kleineren Terrarien. Hierfür wird die Wärmelampe möglichst seitlich im Terrarium montiert, während auf der gegenüberliegenden Seite ein schattiger Unterschlupf vorhanden sein soll, um ein Temperaturgefälle zu schaffen.
Eine unsachgemäße Nutzung von Heizmatten oder erwärmten Steinen kann leicht zu Verbrennungen führen. Die Oberflächentemperaturen sollten daher, je nach Art der Reptilien, bestimmte Werte nicht überschreiten. Zur Begrenzung der Temperaturen werden Thermostate oder digitale Zeitschaltuhren verwendet, welche im regelmäßigen Zyklus an- und ausschalten, z.B. 10 Minuten an und 30 Minuten aus. Üblicherweise wird nicht der gesamte Boden erhitzt, sondern nur Teilbereiche des Terrariums.
Dunkle Steine absorbieren mehr Wärme und erhitzen sich stärker als helle Steine, was ebenfalls zu Verbrennungen führen kann.
Quelle:
1. "Das Terrarium: Handbuch für die Haltung von Reptilien und Amphibien" von Rainer G. Stoll; ISBN: 978-3800147545; Erscheinungsjahr: 2004; Verlag: Kosmos Verlag
2. "Terraristik für Einsteiger" von Ulrich Schliewen; ISBN: 978-3800164207; Erscheinungsjahr: 2005; Verlag: Kosmos Verlag
3. "Terrarien richtig einrichten: Der umfassende Ratgeber zur Einrichtung von Terrarien für Reptilien, Amphibien und andere Terrarientiere" von Andreas Bender; ISBN: 978-3835410525; Erscheinungsjahr: 2006; Verlag: Verlag Eugen Ulmer
4. "Reptilien im Terrarium: Arten, Pflege, Einrichtung" von Wolfgang M. Moser; ISBN: 978-3800148672; Erscheinungsjahr: 2008; Verlag: Kosmos Verlag
5. "Das Reptilien-Terrarium: Einrichten, Pflegen, Beobachten" von Peter Schlüter; ISBN: 978-3800161046; Erscheinungsjahr: 2003; Verlag: Kosmos Verlag
6. "Praktische Terraristik: Reptilien und Amphibien im Terrarium" von Roland A. L. Baur; ISBN: 978-3860578132; Erscheinungsjahr: 2006; Verlag: Dähne Verlag
7. "Handbuch der Terraristik: Die Grundlagen der Terrarienhaltung" von Günther L. F. Lutter; ISBN: 978-3834042505; Erscheinungsjahr: 2011; Verlag: Franckh-Kosmos Verlag
8. Köhler R. (2025, 15. März). Reptiliendoktor – Das Gesundheitsportal für Reptilien, https://reptiliendoktor.com/terrarium
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Markus Grimm
