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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt nicht die Untersuchung oder Behandlung durch einen fachkundigen Tierarzt! Dieser Artikel ist rein informell, ohne Gewähr.


Gicht (Arthritis urica)

 

Beschreibung: Gicht ist eine häufige Erkrankung bei pflanzenfressenden Echsen und Landschildkröten, die durch Ernährungsfehler und geringe Flüssigkeitsaufnahme verursacht wird. Sie führt zu erhöhten Harnsäurewerten und schmerzhaften Gelenkproblemen.

 

Symptome bei Reptilien:

  • Schildkröten: Bewegungsunlust, Appetitlosigkeit, verstärktes Trinken, Schonung einzelner Gliedmaßen, Schwellungen.

  • Echsen: Aggressivität, Bewegungsunlust, verstärktes Trinken, Schonung, Schwellungen.

  • Schlangen: Bewegungsunlust, verstärktes Trinken, Schlaffheit des letzten Körperdrittels, Schwellungen.

Ursachen:

  • Falsche Ernährung, z.B. tierische Proteine bei Pflanzenfressern, Purinreiche Ernährung bei Fleisch- und Allesfressern.

  • Geringe Flüssigkeitszufuhr und trockene Haltungsbedingungen.

  • Nierenerkrankungen und Medikamente.

Therapie:

  • Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr: frisches Wasser, häufiges Sprühen, Badeschalen, regelmäßige Bäder.

  • Verwendung von Allopurinol zur Senkung der Harnsäurewerte (nach tierärztlicher Empfehlung).

  • Wärmelampen zur Verbesserung der Nierendurchblutung.

  • Ernährungsumstellung: Verzicht auf Purinreiche Lebensmittel, ausgewogene und artgerechte Fütterung.

Vorsorge:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: häufig frisches Wasser, angemessene Luftfeuchtigkeit, Badeschalen.

  • Angepasste Ernährung: Keine tierischen Proteine für Pflanzenfresser, ausgewogene Mengen für Fleisch- und Allesfresser

Kommentar: Gicht resultiert häufig aus einer erhöhten Aufnahme purinreicher Nahrung, was zu einer erhöhten Produktion von Harnsäure führt. Eine unzureichende Ausscheidung von Harnsäure aufgrund geringer Flüssigkeitszufuhr oder Nierenschädigungen führt zur Bildung von Harnsäurekristallen (Urate), die schmerzhafte Gelenkentzündungen verursachen. Ablagerungen in den Nieren können schwere gesundheitliche Probleme hervorrufen, die oft unbemerkt bleiben, und auch andere Organe wie Herzbeutel oder Leber können betroffen sein. Pflanzenfresser sind besonders gefährdet, da sie nicht an eine proteinreiche Ernährung angepasst sind.

 



 

Quellen- und Literaturverzeichnis:

 

1. Bennett, R. A. (2002). Infectious Diseases of Reptiles.

2. Jacobson, E. R., & Carpenter, J. W. (2007). Biology, Husbandry, and Medicine of the Green Iguana.

3. Frye, F. L. (1991). Biomedical and Surgical Aspects of Captive Reptile Husbandry.

4. MemoVet, Dosierungsvorschläge f. Reptilien, Schattauer Verlag, ISBN:9783794528318 

5. Reptilenpraxis, Rüschoff & Christian, Herpeton-Verlag, ISBN 3936180229

6. Leitsymptome bei Reptilien, Pees, Enke-Verlag, ISBN-3830412274

7. ReptilienSkills, Kölle & Blahak, Schattauer-Verlag, ISBN-379 453 1019

8. Köhler R. (2025, 15. März). Reptiliendoktor – Das Gesundheitsportal für Reptilien, https://reptiliendoktor.com

9. MemoVet - ReptilienSkills von Kölle und Blahak, Verlag Schattauer, Ausgabe Julie 2015

 

10. Reptilienpraxis von Birgit Rüschoff und Bettina Christian, Verlag Herpeton, 2 Auflage 2012

  

Fotos:

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