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Die Zucht von Goldfliegen (Lucilia sericata) als Futter
Einleitung
Goldfliegen, auch bekannt als Schmeißfliegen, sind nahrhafte Futterinsekten für eine Vielzahl von insektenfressenden Reptilien, Amphibien und Vögeln. Sie sind reich an Proteinen und leicht zu züchten. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung zur erfolgreichen Zucht von Goldfliegen als Futter.
Vorteile von Goldfliegen als Futter
Goldfliegen bieten mehrere Vorteile als Futtertiere:
Zucht der Goldfliege
Ein Erfahrungsbericht und Anleitung für eine Stubenfliegenzucht von BRIGITTE BANNERT
Eine eigene Futterzucht zu betreiben, ist offensichtlich vielen Reptilienhaltern zu mühsam, und so werden denn sehr viele Terrarientiere mit gekauften Mehlwürmern langsam aber sicher totgepflegt. Die in Terrarien Büchern viel beschworene Abwechslung in Futterangebot mittels des sogenannten „Wiesenplankton“ kann man nach meiner Erfahrung auch nicht uneingeschränkt empfehlen, zumindest würde ich meine wertvollen Eidechsen niemals mehr damit füttern. Die Abwechslung allein ist in meinen Augen ohnehin nicht der Schlüssel zum Erfolg in der Eidechsenhaltung, denn ich züchte seit vielen Jahren die verschiedensten Eidechsenarten und das fast ausschließlich mit Stubenfliegenmaden als Hauptfutter. Allerdings kaufe ich diese Ma[1]den nicht, sondern züchte sie selbst, und wie man das macht, möchte ich nachfolgend beschreiben.
Zugegeben, eine Fliegenzucht (FZ) ist nicht unbedingt geruchsneutral und eignet sich deshalb weniger für das Wohnzimmer, aber wenn man einen fleischlosen Futterteig verwendet, hält sich die Geruchsbildung durchaus in Grenzen und schont auch die empfindlicheren Nasen. Die Vorteile einer eigenen FZ liegen auf der Hand: Fliegenmaden können in jeder Menge produziert werden, auch in den unterschiedlichsten Größen, so dass selbst für die kleinsten Echsen immer reichlich Futter zur Verfügung steht, und man weiß genau, dass die Maden gut gefüttert sind.
Nun zu den Einzelheiten. Bei den Fliegen handelt es sich um eine flugunfähige Mutante der Stubenfliege (Musca domestica), die man auch über den Handel beziehen kann. Die Fliegen selbst halte ich in einen Drahtkäfig, der mit einer Schiebetür aus Plastik versehen ist, die man nach oben aufziehen kann.
Eine Schiebetür ist wesentlich praktischer als eine Klapp Tür, da weit weniger Fliegen beim Hantieren entweichen. Die Größe des Käfigs ist eigentlich von untergeordneter Bedeutung, vielleicht sollte man aber eine Mindestkantenlänge von 30-40 cm wählen. wesentlich wichtiger sind das Licht und die Temperatur. Stubenfliegen verhalten sich nicht wie Drosophila, d. h., sie tun es nicht im Dunkeln. Aber sie brauchen nicht nur Licht, sondern vor allem auch Wärme, und zwar besonders dort, wo sie ihre Eier legen sollen. Wenn der Käfig nicht zu hoch ist, reicht eine 25 Kompaktleuchtstoffbirne von oben. Hat man den Käfig soweit vorbereitet, wird er nun mit einem Schwung Fliegen bestückt. Wie viele Fliegen für eine gut laufende FZ nötig sind, muss man ausprobieren. Wenn der Futterteig nach wenigen Tagen verschimmelt und kaum Maden darin zu finden sind, so hat man entweder zu wenige oder noch zu junge Fliegen in der Zucht. Andererseits sollte der Käfig auch nicht so überbevölkert sein, dass die Wände schwarz sind und eine Fliege neben der anderen hockt, dann behindern sie sich gegenseitig. Trotzdem, lieber öfter mal zu viele Fliegen in der Zucht als ständig zu wenige, sonst kommt die Sache nie in Gang. Das Prinzip der FZ ist ein Kreislauf bestehend aus mehreren Schritten (siehe Abbildung): (1) frischen Futternapf in die FZ stellen, (2)'Futternapf mit Maden nach einigen Tagen wieder herausnehmen, (3) kleine Maden nachfüttern und in ein größeres Gefäß umschütten, (4) große Maden entnehmen als Futter (5) im Teig verbliebene Maden sich verpuppen lassen, (6) Gefäß wieder in die FZ stellen, Wenn die Fliegen anfangen zu schlüpfen.
Für den Futterteig vermische ich folgende Komponenten:
1 Teil Milchpulver
2 Teile Haferflocken
3-4 Teile Kleie
ca. l/8 Teil Traubenzucker (kein Rohrzucker!)
Wasser
Wer möchte, kann auch noch etwas Hefe untermischen, es geht aber auch ohne, Die einzelnen Mengen brauchen aber nun auf keinen Fall exakt abgemessen zu werden, ich mische den Teig frei nach Schnauze. Mit diesem Teig werden die Fliegen gefüttert, darauf sollen sie ihre Eier legen und damit werden später auch die Maden gefüttert. Das Wichtigste ist die richtige Feuchtigkeit. Für die Fliegen sollte der frische Teig in den Eiablagegefäßen so feucht sein, dass sie etwa einen Tag lang von der Oberfläche Flüssigkeit aufnehmen können, ohne jedoch massenhaft darin zu ertrinken. Trocknet die Oberfläche zu schnell ab, verdursten die Fliegen. Verkrustet der Teig zu schnell, Iegen sie auch keine Eier darauf ab, bzw. können sich diese nicht entwickeln. Es kann also nötig sein, die Teigoberfläche einige Tage lang zu besprühen. Sowie jedoch die ersten kleinen Maden zu sehen sind, sollte kein Wasser mehr hinzugefügt werden. Dann ist es Zeit, einen frischen Futternapf in die FZ zu stellen. Der ältere Futternapf verbleibt jedoch solange in der FZ bis die Maden den Teig fast ganz durchfressen haben. Als Futternäpfe verwendet man an besten Gläser, die eher breit als hoch sind, und sich vor allem nach oben nicht verjüngen.
Haben sich die kleinen Maden in den älteren Futternapf nun ganz durch den Teig gefressen, sodass man sie durch den Glasboden sehen kann, dann nimmt man das Gefäß aus der FZ heraus. Die vielen Maden brauchen nun mehr Futter und mehr Platz. Für die Fütterung der Ma[1]den, verwende ich 1l-Plastikeimer, in die ich eine 2-3 cm dicke Teigschicht einfülle und anschließend die kleinen Maden samt Futterresten aus dem Futternapf dazu schütte.
Der Teig für die Maden soll feucht, aber nicht nass sein. Wichtig ist auch, immer erst den frischen Teig und dann die Maden einfüllen, damit diese sich von oben nach unten durchfressen können. Macht man es umgekehrt, er sticken die Maden unter den frischen Teig. Der Einer sollte höchstens bis zur Hälfte gefüllt sein, sonst schaffen es die Maden nicht, sich bis unten durchzufressen, und dann könnte die Sache anfangen, mehr als würzig zu riechen.
Also, Fazit: sehr viele Maden besser auf mehrere Gefäße aufteilen und lieber öfter mit einer kleineren Menge Teig nachfüttern. Abgedeckt werden die Gefäße mit einem Stück Nylonstrumpf. Haben die Maden die richtige Größe zum Verfüttern erreicht, so trennt man sie von den Futterresten mittels eines einfachen Tricks: man versieht die obere Hälfte eines doppelseitigen Zeitungsblattes mit einigen 10-15 cm langen, parallelen Schnitten. Nun schüttet man die Maden samt Futterresten darauf und kann beobachten, dass diese, da sie sich verkriechen wollen, durch die Schnitte auf das zweite Zeitungsblatt '“laufen“, während die Futterreste oben liegen bleiben. Nach einigen Minuten ist der größte Teil der Maden durch das obere Blatt "durchgelaufen“ und kann sauber von dem unteren Blatt geerntet werden. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass auch hier die Feuchtigkeit des Teiges eine große Rolle spielt. Ist der Teig zu nass oder zu trocken, „laufen“ die Maden sehr schlecht. Die noch im Teig verbliebenen Maden werden in ein beliebiges Glas gefüllt, mit einem Stück Nylonstrumpf abgedeckt und solange stehen gelassen, bis sie sich verpuppt haben. Beginnen die ersten Fliegen zu schlüpfen, nimmt man den Nylonstrumpf ab und stellt das offene Glas für einige Tage in die FZ, bis der größte Teil der Fliegen geschlüpft ist.
Diese Gläser sollten nicht zu lange in der FZ verbleiben, da die Fliegen ihre Eier manchmal lieber in den alten Teig legen als in den frischen, und das ist ja nicht in unserem Sinne. Damit ist der Kreislauf geschlossen. Bel kontinuierlicher Pflege ist das Züchten von Fliegen eigentlich nicht schwierig, aber manchmal, wenn ich jemand bitte, meine Fliegenzucht für kurze Zeit zu versorgen, scheint es mir doch eine Wissenschaft für sich zu sein, vermutlich gilt auch hier: Übung macht den Meister.
Viel Glück.

Quellen- und Literaturverzeichnisse:
1. „Futtertiere“. F. Bruse, M. Meyer & W. Schmidt (2002). Chimaira Buchhandels GmbH. ISBN 3-930612-65-8
2. „Futtertierzucht“ Ursula Friederich & Werner Volland (1992) Eugen Ulmer-Verlag, Stuttgart ISBN 3-8001-2730-5
3. Gastbeitrag von Andrea Krüger-Wiegand. (2025. 25. März). "Fliegenzucht". https://wp.wildvogelhilfe.org/vogelwissen/sonderbeitraege/themen-rund-um-vogelaufzucht/futtertierzucht/fliegenzucht/
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