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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt nicht die Untersuchung oder Behandlung durch einen fachkundigen Tierarzt! Dieser Artikel ist rein informell, ohne Gewähr.


Legenot

 

Beschreibung: Legenot tritt vor allem bei Schildkröten und Echsen auf, selten bei Schlangen. Besonders betroffen sind Wasserschildkröten, da in Aquarien oft geeignete Eiablageplätze fehlen.

 

Symptome:

  • 1. Phase: Erhöhte Aktivität, Unruhe, Grabungsversuche, Appetitlosigkeit, Pressbewegungen, angespannte Bauchdecke

  • 2. Phase: Rückkehr zu normalem Verhalten, Appetit kehrt zurück, gelegentlich Hinterhandschwäche

  • 3. Phase: Allgemeinzustand verschlechtert sich stark, Bewegungsunlust, blasse Haut, eingefallene Augen, Nahrungsverweigerung, Gewichtsverlust, angespannte Bauchdecke, aufgeblähter Unterbauch, krampfartige Bewegungen, übel riechender Ausfluss, eventuell Auswürgen von Nahrung, Eier werden wahllos verteilt

  • 4. Phase: Tod durch Sepsis, allgemeine Entkräftung, Dehydratation oder Nierenversagen

Ursachen:

  • Häufig: Fehlende oder ungeeignete Eiablageplätze, inadäquate Haltungsbedingungen (niedrige Temperaturen, Vitamin D-Mangel, Mangelernährung)

  • Gelegentlich: Beckendeformation, großes oder unförmiges Becken, deformierte Eier, reduzierter Muskeltonus, sehr große Eier, unbefruchtete oder nicht resorbierte Eier, chronische Erkrankungen, Missbildungen oder Vernarbungen der Gebärmutter, allgemeine Entkräftung oder Stress, hormonelle Ursachen

Therapie:

  • Aufsuchen eines reptilienkundigen Tierarztes

  • Bereitstellung eines geeigneten Eiablageplatzes (ausreichende Wärme, passendes Substrat)

  • Handwarme Bäder mit Glukose-Zusatz (1 Tbl. Zucker auf 1 Liter Wasser)

  • Steigerung der Flüssigkeitszufuhr

  • Kalzium-Injektionen oder Infusionen, notfalls orale Verabreichung

  • Lokale Bodenerwärmung auf maximal 40 °C (Heizmatten oder erwärmte Steine)

  • Bei beeinträchtigtem Allgemeinzustand: Temperatur am Aufwärmplatz um 3–5 °C erhöhen, zusätzliche Wärmelampe montieren

Vorsorge:

  • Artgerechte Eiablagebedingungen mit geeignetem Bodensubstrat, ausreichender Füllhöhe, Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen schaffen

  • Vorübergehende Einzelhaltung in engen oder überfüllten Gehegen während der Eiablage

  • Ernährung anpassen: erhöhter Bedarf an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen vor der Eiablage

  • Achtung: Auch einzeln gehaltene Weibchen können unbefruchtete Eier legen, was Legenot verursachen kann

 



 

Quellen- und Literaturverzeichnis:

 

1. Bennett, R. A. (2002). Infectious Diseases of Reptiles.

2. Jacobson, E. R., & Carpenter, J. W. (2007). Biology, Husbandry, and Medicine of the Green Iguana.

3. Frye, F. L. (1991). Biomedical and Surgical Aspects of Captive Reptile Husbandry.

4. MemoVet, Dosierungsvorschläge f. Reptilien, Schattauer Verlag, ISBN:9783794528318 

5. Reptilenpraxis, Rüschoff & Christian, Herpeton-Verlag, ISBN 3936180229

6. Leitsymptome bei Reptilien, Pees, Enke-Verlag, ISBN-3830412274

7. ReptilienSkills, Kölle & Blahak, Schattauer-Verlag, ISBN-379 453 1019

8. Köhler R. (2025, 15. März). Reptiliendoktor – Das Gesundheitsportal für Reptilien, https://reptiliendoktor.com

9. MemoVet - ReptilienSkills von Kölle und Blahak, Verlag Schattauer, Ausgabe Julie 2015

 

10. Reptilienpraxis von Birgit Rüschoff und Bettina Christian, Verlag Herpeton, 2 Auflage 2012

  

Fotos:

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