abbildung-eines-heimchens
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Die Zucht von Heimchen und Grillen (Acheta domesticus, Gryllus assimilis) als Futter

 

Einleitung

Heimchen & Co (Acheta domesticus) sind eine hervorragende Futterquelle für viele insektenfressende Tiere wie Reptilien, Amphibien und Vögel. Aufgrund ihres hohen Nährwerts und ihrer einfachen Zucht sind Heimchen eine beliebte Wahl für Tierhalter. 

 

Wenn man die Möglichkeit hat, Heimchen für seine Insektenfresser selbst zu züchten, kann man sicherzustellen, dass die Futtertiere von hoher Qualität sind. Steppengrillen können ebenfalls selbst gezüchtet werden und wachsen sogar schneller als Heimchen. Im Folgenden wird das Verfahren zur Zucht von Heimchen beschrieben.

Vorbereitung der Zucht

 

Die Zucht von Heimchen erfordert einige grundlegende Materialien und Vorbereitungen:

 

 

abbildung-braplast-box
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1. Aufzucht- und Zuchtbehälter: Verwenden Sie Plastik- oder Glasbehälter mit einer Höhe von etwa 20-30 cm und einem gut belüfteten Deckel mit Gazeabdeckung. Es wird mindestens einer für die Zucht und einer für die Aufzucht benötigt.

abbildung-heimchendose-leer
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2. Eiablagebehälter: Kleinere Behälter oder Dosen (etwa 10 cm im Durchmesser und 5-6 cm hoch) für die Eiablage.

abbildung-wassergelee
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3. Kleine Schälchen: Ein kleines Schälchen für Futter und gegebenenfalls eines für Wassergelee, oder Frischfutter.

bodensubstrat-gartenerde
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4. Substrat: Ein feuchtes Substrat aus Kokosfasern oder Torfmoos wie Gartenerde oder Sand dient als Eiablagefläche. Bewährt hat sich hier ein Mischungsverhältnis von: 1 Teil Kokosfaser oder Torfmoos und 1 Teil feuchtes Substrat aus Gartenerde oder Sand sowie Wasser, um das Substrat feucht zu halten

abbildung-eierkarton
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5. Einrichtung: Eierkartonschalen, Sand und/oder Hobelspäne als Bodengrund

abbildung-futtermischung-heimchen
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6. Trockenfutter: Fertig-Trockenfutter für Grillen oder Trockenfutterdiät (fein gemahlen im Mixer) bestehend aus: 10 EL Haferflocken, 10 EL Weizenkleie, 1EL Katzenfutter (Trocken) 1 TL Fischfutterflocken, 1 TL Blütenpollen, 1/2 TL Mineral- Vitamin- und Calciumpräparat, 4 EL getrocknete Wildkräuter, Karotten- und Apfelchips, Brennnessel und Löwenzahn (Zoomarkt Nagerabteilung). 

abbildung-haferflocken
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Haferflocken

abbildung-weizenkleie
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Weizenkleie

abbildung-bluetenpollen
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Blütenpollen

abbildung-katzenfutter
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Katzenfutter

abbildung-fischfutter
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Fischfutter


abbildung-supplement
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Vitaminpräparat

abbildung-sepiaschale
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Calciumpräparat

abbildung-kraeutermischung
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Kräutermischung

abbildung-löwenzahl
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Löwenzahn

abbildung-gemuesemix
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Gemüsemix


7. Feuchtfutter: Chinakohl, Äpfel, Karotten, Apfelsinen, Wildkräuter wie Löwenzahn. Feuchtfutter muss ständig verfügbar sein. Sollte dies nicht möglich sein, muss ein Schälchen Wassergelee oder eine Insektentränke bereitgestellt werden, aus dem die Tiere nicht ertrinken können. Das Futter sollte dabei gut gewaschen sein, um Schadstoffe zu entfernen. Das Futter wird täglich gereicht, altes Futter, insbesondere Feuchtfutter, muss entfernt werden, da Heimchen anfällig für Krankheiten sind.

 

abbildung-heizmatte
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8. Wärmequelle: Gegebenenfalls Wärmelampe oder Heizmatte um Temperaturen von 24°C bis maximal 32 °C gewährleisten zu können. (Tipp, wenn möglich Behälter auf den Lichtkasten des Terrariums stellen)

abbildung-heimchen-weiblich-maennlich
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9. Starterpopulation: Beginnen Sie mit einer kleinen Anzahl von adulten Heimchen und Grillen, um die Zucht zu starten. Etwa 30 weibliche und 3-4 männliche Tiere (weibliche Tiere erkennt man durch ihre Legeröhre)

 

Abb.: Weibchen links, Männchen rechts

 

Durchführung der Zucht

 

Folgende Schritte sind notwendig, um eine erfolgreiche Zucht von Heimchen als Futter sicherzustellen:

1. Bodengrund des Zuchtbehälters: In den Zuchtbehälter wird circa 1-2 cm Bodengrund eingefüllt. Hierbei haben sich Hobelspäne und Pappe bewährt, da diese Materialien überschüssige Feuchtigkeit besser aufnehmen als Sand. Als Unterschlupf eignen sich Eierkartons. Hinzu kommen die Futterschälchen sowie gegebenenfalls eine Schälchen Wassergelee etc.
2. Bodengrund des Aufzuchtbehälters: Der Aufzuchtbehälter wird 1 cm hoch mit Sand befüllt. Hobelspäne haben sich hier weniger bewährt, da sie beim Entnehmen der Tiere stören können. Hinzu kommen die Futterschälchen sowie gegebenenfalls eine Schälchen Wassergelee etc.

 

abbildung-heimchendose-mit-substrat
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3. Einrichtung des Eiablagebehälters: Der Eiablagebehälter wird bis zu etwa 1 cm mit dem Substrat (feuchte lockere Erde und/oder Sand) gefüllt und feucht gehalten, um den Heimchen eine gute Eiablage zu ermöglichen. Füllen Sie den Zuchtbehälter mit Substrat und platzieren Sie diesen in den Zuchtbehälter.

4. Einsetzen der Heimchen: Platzieren Sie die adulten Heimchen im Zuchtbehälter. Die Weibchen beginnen sofort mit der Eiablage. Je nach Art – Heimchen oder Kurzfühlergrillen – legen die Weibchen innerhalb einer Woche 600 bis 7.000 Eier.
5. Beobachtung und Pflege: Überwachen Sie die Zucht regelmäßig und stellen Sie sicher, dass genügend Substrat und Feuchtigkeit vorhanden sind. Stellen Sie sicher, dass das Substrat feucht bleibt, indem Sie es regelmäßig befeuchten. Entfernen Sie Schimmel oder verschimmeltes Substrat sofort. Kontrollieren sie die Temperatur und regeln sie gegebenenfalls nach ( min. 24°C, optimal 28-30°C, max. 32°C)


6. Umsetzen des Eiablagebehälters: Nach ca. einer Woche setzen sie den Eiablagebehälter mit den Eiern in den Aufzuchtbehälter für die Larven. Die jungen Larven schlüpfen nach etwa 10 Tagen. Bis die Larven 14 Tage alt sind, wird täglich mit Wasser angefeuchtet (Junge Larven benötigen in den ersten 10-14 Tagen der Entwicklung eine höhere Luftfeuchtigkeit. Diese lässt sich durch tägliches Besprühen mit einem Zerstäuber erreichen, wobei Vorsicht geboten ist, dass keine Tiere entkommen. Ältere Larven vertragen hingegen keine hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb eine gute Belüftung wichtig ist.). Chinakohl hat sich als ideales Feuchtfutter bewährt und sollte ständig verfügbar sein.

 

grafik-zuchtbehälter
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7. Ernte der Heimchen: Nachdem die Nymphen die gewünschte Größe erreicht haben, können sie geerntet werden, indem sie aus dem Substrat gesiebt oder manuell entnommen werden.

Pflege und Aufrechterhaltung der Kultur

 

Die Pflege und Erhaltung einer gesunden Heimchenkolonie erfordert regelmäßige Wartung:

 

1. Reinigung des Behälters: Tauschen Sie das Substrat alle 2-3 Monate aus, um Ansammlungen von Abfallstoffen zu vermeiden und eine saubere Umgebung zu gewährleisten.


2. Förderung der Eiablage: Wechseln Sie die Eiablageboxen regelmäßig, um eine kontinuierliche Eiablage sicherzustellen.


3. Kontrolle von Milben und Schimmel: Überwachen Sie die Kultur regelmäßig auf Milben und Schimmelwachstum. Entfernen Sie befallene Heimchen und Substrat sofort.


4. Frequenz: Nach 4-5 Wochen sollten die Zuchtheimchen gegen jüngere Tiere ausgetauscht werden. Heimchen haben eine maximale Lebenserwartung von 12 Wochen, Kurzflügelgrillen nur 6 Wochen.

 

 



 

Quellen- und Literaturverzeichnisse:

 

1. „Futtertiere“. F. Bruse, M. Meyer & W. Schmidt (2002). Chimaira Buchhandels GmbH. ISBN 3-930612-65-8

2. „Futtertierzucht“ Ursula Friederich & Werner Volland (1992) Eugen Ulmer-Verlag, Stuttgart ISBN 3-8001-2730-5

  

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