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Stabschrecken (Phasmiden) sind ausgezeichnete Futtertiere für viele Reptilien, Amphibien und Insektenfresser. Sie sind nicht nur nährstoffreiche Beute, sondern auch faszinierende Tiere mit einem einzigartigen Verhalten. In diesem Artikel beleuchten wir die Arten von Stabschrecken, die als Futtertiere geeignet sind, sowie eine detaillierte Zuchtanleitung.
Gespenstheuschrecken werden auf Insekten- und Reptilienbörsen in allen Entwicklungsstadien angeboten und erfreuen sich bei Terrarianern zunehmender Beliebtheit, sowohl als Futtertiere als auch wegen ihrer interessanten Gestalt. Beim Füttern sollte jedoch darauf geachtet werden, nur unbedornte und nicht-giftige Arten zu verwenden.
Die nachtaktiven Insekten bewohnen vorwiegend die feuchten Wälder der Tropen und Subtropen. Für ihre Haltung eignet sich ein gut belüfteter Behälter. Lichtdurchlässige Materialien wie Glas ermöglichen in der Regel eine Beleuchtung, wobei eine Glühbirne bei lichtundurchlässigen Wänden notwendig ist, um den Tag-Nacht-Rhythmus zu simulieren. Eine Schicht Sand als Bodengrund ist ausreichend.
Eine Wand mit Kork und verschiedene Klettermöglichkeiten helfen, den Insekten einen artgerechten Lebensraum zu bieten. Die Temperatur sollte zwischen 24 und 28 Grad Celsius liegen. Die Luftfeuchtigkeit kann durch das Blattwerk der Futterpflanzen sichergestellt werden, wobei verschiedene Rosengewächse wie Brombeere und Himbeere, aber auch Eiche und Buche geeignet sind. Ein vielseitiges Nahrungsangebot erhöht den Wert der Heuschrecken als Futtertiere.
Um ein Ertrinken der Insekten zu verhindern, sollte das Wassergefäß für die Futterpflanzen sicher verschlossen werden. Mit ca. einem Esslöffel Zucker pro Liter Wasser kann die Haltbarkeit der Futterpflanzen verlängert werden.
Die Haltung und Zucht der häufig nachgezogenen Arten können nach den beschriebenen Bedingungen erfolgen. Sie variieren in ihrer Färbung von grün bis braun und können bis zu 11 cm groß werden. Beide Geschlechter sind flügellos und können bis zu 6 Monate alt werden. Nach ca. 4 Monaten schlüpfen die Larven, die mit den adulten Tieren zusammen oder in einer kleineren Box aufgezogen werden können. Es dauert etwa 2 bis 3 Monate, bis die Larven sich zu adulten, geschlechtsreifen Insekten entwickeln.
Die Verfütterung der Tiere kann tagsüber problematisch sein, da sie sich in einer bewegungslosen Ruhestellung befinden. Am Abend werden sie aktiver und können dann leichter als Futter angeboten oder mit einer Pinzette verfüttert werden. Um eine Überpopulation zu vermeiden, sollten nicht zu viele Heuschrecken unkontrolliert in einem Behälter mit lebenden Pflanzen gefüttert werden.

Es gibt viele Arten von Stabschrecken, aber einige sind besonders gut für die Haltung und Zucht als Futtertiere geeignet:
Carausius morosus (Indische Stabschrecke): Eine der beliebtesten Arten, die leicht zu halten und zu züchten ist.
Eurycantha calcarata (Riesenkletterheuschrecke): Diese Art ist besonders groß und bietet reichlich Proteine für größere Futtertiere.
Medauroidea extradentata (Vietnamesische Stabschrecke): Bekannt für ihre Widerstandsfähigkeit und einfache Haltung.
Vorteile von Stabschrecken als Futtertiere
Nährstoffreich: Stabschrecken sind reich an Proteinen und anderen Nährstoffen, die für Reptilien und Amphibien wichtig sind.
Einfache Haltung: Viele Stabschreckenarten sind pflegeleicht und benötigen nur wenig Platz.
Geringe Kosten: Die Zucht von Stabschrecken ist kostengünstig und erfordert keine teure Ausrüstung.
Wähle einen geeigneten Behälter für die Haltung und Zucht von Stabschrecken. Geeignet sind gut belüftete Terrarien oder Kunststoffboxen.
Größe: Der Behälter sollte etwa doppelt so hoch sein wie die längste Stabschrecke, um ausreichend Platz für die Tiere zu bieten.
Belüftung: Verwende Gaze oder gebohrte Löcher, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten.
Einrichtung: Platziere Zweige, Rindenstücke und Blätter im Behälter, um den Stabschrecken Klettermöglichkeiten und Verstecke zu bieten.
Stabschrecken bevorzugen eine Temperatur zwischen 20-25°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Temperatur: Halte die Temperatur zwischen 20-25°C, indem du bei Bedarf eine Wärmelampe verwendest.
Luftfeuchtigkeit: Halte die Luftfeuchtigkeit bei etwa 60-80%, indem du regelmäßig den Behälter besprühst. Achte darauf, dass sich keine Staunässe bildet.
Stabschrecken sind Pflanzenfresser und benötigen eine abwechslungsreiche Ernährung aus frischen Blättern.
Hauptnahrung: Brombeerblätter, Himbeerblätter, Efeu und Liguster sind ideale Futterquellen.
Ergänzungsnahrung: Buche, Eiche und Haselnuss können ebenfalls angeboten werden.
Wasserversorgung: Stabschrecken beziehen ihr Wasser hauptsächlich aus den Blättern, die sie fressen, daher ist zusätzliche Wasserzufuhr in der Regel nicht notwendig.
Eine saubere Umgebung ist wichtig, um Krankheiten und Parasitenbefall zu verhindern.
Kot und Futterreste: Entferne Kot und Futterreste regelmäßig, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Komplette Reinigung: Führe alle 4-6 Wochen eine vollständige Reinigung des Behälters durch. Entferne alle Stabschrecken, reinige den Behälter gründlich und setze die Tiere zurück.
Stabschrecken züchten sich in der Regel leicht unter den richtigen Bedingungen.
Eierablage: Weibliche Stabschrecken legen ihre Eier im Bodensubstrat oder an Blättern ab.
Bruttemperatur: Halte den Behälter bei einer Temperatur von 20-25°C und einer hohen Luftfeuchtigkeit, um die Eier zum Schlüpfen zu bringen.
Schlüpfen: Die Eier schlüpfen je nach Art innerhalb weniger Wochen bis Monate. Entferne die junge Stabschrecken vorsichtig und setze sie in einen separaten Aufzuchtbehälter.
Sammle regelmäßig Stabschrecken aus dem Zuchtbehälter und füttere sie an deine Reptilien oder anderen Insektenfresser.
Größe der Stabschrecken: Wähle Stabschrecken in der passenden Größe für deine Tiere. Jungtiere sind ideal für kleinere Reptilien.
Anreicherung: Staube die Stabschrecken vor dem Verfüttern mit einem Vitamin- und Mineralstoffpulver ab, um sicherzustellen, dass deine Tiere optimal versorgt werden.
Quellen- und Literaturverzeichnisse:
1. „Futtertiere“. F. Bruse, M. Meyer & W. Schmidt (2002). Chimaira Buchhandels GmbH. ISBN 3-930612-65-8
2. „Futtertierzucht“ Ursula Friederich & Werner Volland (1992) Eugen Ulmer-Verlag, Stuttgart ISBN 3-8001-2730-5
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